Craft-Beer – ein Rückblick (von: Peter Schubert)

17_Craftbeer160311-18Georg raucht dunkle Dolden, während er im Bourbon Fass liegt, als es ihn plötzlich derart zwick(el)t, dass er im Gesicht ganz pale wird und – während er laut nach Amber ruft – ihm die Cascade plötzlich einen fruchtig-bitteren body verleiht…

Sie verstehen diesen Satz nicht? Nun, mir ging es genauso, als plötzlich Begriffe wie India Pale Ale (IPA), Imperial Stout, Amber, Cascade u.v.m. in der Bierszene auftauchten.

Craft Biere sind seit einiger Zeit – im wahrsten Sinn des Wortes – in aller Munde. Fast schon wie Pilze schießen derzeit neue Mikrobrauereien aus dem Boden und selbst Großbrauereien schwimmen – manchmal etwas zweifelhaft – auf der neuen (Bier)Welle mit.

Doch was ist „Craft Beer“ eigentlich genau? Da sich die Brauer als Handwerker verstehen, die Geschmacksvielfalt ihrer Biere betonen, hohe Qualitätsansprüche für sich beanspruchen und kein Massenprodukt herstellen möchten, handelt es sich offensichtlich um ein Slow Food Thema. Ein Grund, dass wir uns genauer damit befassen mussten!

An diesem Abend wurden wir von Boris Braun, Autor (z.B.: http://www.brauereiatlas.de) und der Brauerei-Experte aus Nürnberg, mit dieser (neuen?) Bierwelt vertraut gemacht. Auf heiter-lockere Art aber auch mit seinem fundierten Wissen unterfüttert, verkosteten wir sechs verschiedene Typen und Sorten von Craft Beer. Doch was nutzt die beste geistige und flüssige Unterfütterung ohne richtiges Futter? Daher wurde jedes Bier passend kulinarisch begleitet von ausgesprochen schmackhaften und pfiffigen Speisen (fast ausschließlich regional!) aus der – ich darf es so feststellen – Slow Food Küche von Sven Hopfengärtner (sic! ) & Team. Sein Lokal BrotZeit wäre für mich persönlich durchaus ein Kandidat für den Slow Food Genussführer.

Die Biere waren sehr sehr unterschiedlich und haben die 21 Teilnehmer zum Teil sensorisch deutlich gespalten. Während das Zwickel-Pils aus Rednitzhembach noch eher den bekannten Geschmacksmustern entsprach, haben z.B. der „Heaven Hill Bourbon“ Doppelbock von Nikl und der „Smokey George“ von Rittmayer unsere Geschmackspapillen und Geruchsnerven ziemlich „gefordert“ (Zitat: „Da trinkst keine Maß an einem heißen Sommerabend“…). Es war ein ausgesprochen spannender Querschnitt durch neue Biererfahrungen und egal ob im Bourbon Fass gelagert, ultra hopfig, ungewohnt fruchtig-aromatisch: Es handelte sich durchgehend um wirklich handwerklich gemachte, naturbelassene Kreativbiere (ein von Boris eingebrachter Begriff, der mir viel besser gefällt, denn traditionelles „Craft“ (also handwerkliches) Bier kennen wir in Franken eigentlich schon lange….

Einig waren wir uns in der Beurteilung der dargebotenen (und selbstverständlich ebenfalls ausschließlich handwerklich hergestellten) Speisen: Großartig und ausgesprochen schmackhaft! Die von Boris und Sven ausgewählten Kombinationen waren als gelungen zu bezeichnen und in der Wechselbeziehung Essen-Bier ergaben sich nochmals neue Eindrücke. An dieser Stelle ein ganz herzliches Dankeschön an Boris und Sven, so wie das Team in Service und Küche. Ihr habt das toll gemacht!! Wir durften einen sehr interessanten Abend erleben, der in angenehmer, heiterer und unbeschwerter Atmosphäre sehr kurzweilig in Erinnerung bleibt.

Wer umfassende Informationen zum Thema „Craft Beer“ haben möchte, dem empfehle ich die Seite „Hopfenhelden“, das Craft Beer Magazin im Internet – oder er besucht Boris, der fast jeden Mittwoch im „Bieramt“ Dienst hat (und dort neben den traditionellen fränkischen „Craft“-Bieren auf Wunsch auch das eine oder andere Kreativbier ausschenkt.

Text: peter schubert

Fotos: Nadine Rodler, Hajo Dietz und Bernd Steigerwald

Noch nie hatten wir derart viele (Profi-)Fotografen bei einer Veranstaltung und deshalb möchte ich die wunderbaren Fotos sehr zur Ansicht weiterempfehlen (Veröffentlichung mit Genehmigung der Künstler).

Da wären zum einen die großartigen Bilder der Fotografin Nadine Rodler (www.nadinerodler.de/)

Die Fotos zum Abend finden sich hier: http://nadinerodler.de/portfolio/business/slowfood/

Unser Mitglied Hajo Dietz (www.nuernbergluftbild.de) – einer der besten Luftbildfotografen des Landes – beherrscht die Kamera natürlich auch, wenn er Boden unter den Füßen hat. Sie nachfolgende Fotos.

 

 

…und Bernd Steigerwald – als ausgesprochen ambitionierter Hobbyfotograf – ist eh seit Jahren „unser“ Slow Food Nürnberg Bildermacher. Wie man sieht, nicht ohne Grund.

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