Riegelein – Ein Unternehmen im Wandel – Ein Rückblick

02_20180609__Riegelein_-2Alles was man zu Riegelein wissen muss, findet sich ja schon in der Einladung. Trotzdem bin ich mit einer kleinen Portion Vorurteilen nach Cadolzburg gefahren. Denn für mich war Riegelein ein reiner Massenproduzent. Was sollte das mit Slow Food zu tun haben? Ein Unternehmen das 49% seiner Produkte im Discount und 47 % im LEH absetzt.

Die Antwort ist einfach: Peter Riegelein. Der Unternehmer ist selbst Mitglied bei Slow Food und vertritt die Nachhaltigkeitsgedanken mit großer Überzeugung. Sowohl nach innen gegenüber seinem Einkauf, Controlling und seinen Mitarbeitern in der Produktion, als auch nach außen in seinem Verband, bei Banken und natürlich bei seinen Abnehmern.

Es war eine unternehmerische Entscheidung innerhalb von drei Jahren auf Fairtradekakao umzustellen, was nicht ohne Risiko gewesen ist und auch kurzfristig zu Verlusten von Aufträgen geführt hat. Heute trägt diese Entscheidung Früchte, weil Peter Riegelein mit seinem Unternehmen Vorreiter geworden ist und damit die Welt der Bauern (und Verbraucher) ein bisschen besser macht.

Und daran wird weiter gearbeitet. In der nächsten Evolutionsstufe soll aus der Massenschokolade Sojalecithin und Emulgatoren entfernt und der Zuckeranteil gesenkt werden.

Peter Riegeleins persönliche Leidenschaft gilt der „Fortunato No 4“.  Sie wird aus der Kakaobohne des „Urkakaos“ gemacht. 60 Stunden conchiert in der Manufaktur und enthält nur Kakaomasse, Zucker und Kakaobutter.

Der ursprüngliche Pure Nacional Cacao stammt aus dem Marañón-Tal in Peru, das bestätigen Analysen. Hundert Prozent reinsortig, unverfälscht, echt und pur.

Einst in Ecuador auf Plantagen angebaut und wegen seiner fruchtigen, blumigen Aromen die beliebteste Sorte rund um den Globus, schien „Pure Nacional“ seit Anfang des 20. Jahrhunderts unwiederbringlich verloren. Jetzt war sie zurück, ans Licht getreten aus ihrem Versteck im Paradiesgarten Perus: die ungekrönte Königin des Cacao …

Doch die Geschichte ist noch nicht zu Ende. Denn in Wahrheit sind es zwei wundersame Fügungen, die die Zukunft der Schokolade neu schreiben werden: Im Flusstal des Marañón wurde nicht nur die edelste aller Kakaosorten wiedergefunden, sondern, mehr noch, eine bisher nicht gekannte Ausprägung der Pure Nacional mit weißen Bohnen entdeckt. So waren Kakao-Schoten mit 40% oder sogar 100% weißen Bohnen dieser reinen Sorte bis dahin unbekannt.
Nun muss man wissen, dass besagte weiße Bohnen nur dann entstehen, wenn sich die Kakao-Bäume für Hunderte von Jahren ungestört entwickeln. Konnte es einen größeren Glücksfall für Schokoladenliebhaber geben als die Hebung dieses Schatzes, einer Rarität unschätzbaren Wertes für Genießer auf aller Welt?

Der hohe Anteil der weißen Kakaobohnen verleiht der Kakaomasse durch das Fehlen von Bitterstoffen jenen einmalig zarten Geschmack. So vereint der Ur-Cacao aus Peru komplexe fruchtige und blumige Nacional-Aromen mit der sanften, nussigen Note heller Bohnen.
Okay – es ist nur eine Tonne von den 18000 die Riegelein jährlich verarbeitet.

Aber was in der Manufaktur gelernt wird, befruchtet auch die Massenproduktion.

Fotos: Bernd Steigerwald – www.bsteigerwald.de

 

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