23. Februar – 15h – Der Tiger ist los – alles zum Ansbach Triesdorfer Rind erfahren und essen

Wolfgang Kleinlein, Biobauer aus Oberasbach, betreibt einen Milchhof und zwei Hühnermobile in Oberasbach. 

Die Tiere werden neben den Biorichtlinien auch nach dem Tierschutz- und Umweltprogramm von Neuland gehalten. Unser Motto: Grundlage für gesunde Nahrungsmittel ist ein gesunder Boden und gesunde Tiere.

In den Ställen wohnen Fleckviehkühe; sie sind braun – weiß gefleckt, nur der Kopf ist immer weiß. 50 Milchkühe und ebenso viele weibliche Nachkommen (Kälber, Jungrinder und Kalbinnen) gehören zum Bestand. Der Stall ist nach Südosten das ganze Jahr offen und damit von Sonne und Luft durchströmt. Im Stall können sich die Tiere frei bewegen und wann immer sie wollen zum Fressen, Trinken, Bürsten oder Schlafen auf die mit Stroh eingestreuten Liegeplätze gehen.

Die Kälber leben in Kälberhütten, die auch Iglus genannt werden. Nach einigen Wochen ziehen die weiblichen Tiere in den Tieflaufstall um, der sich an der sonnigen Seite der Maschinenhalle befindet. Die männlichen Kälber werden an andere Landwirte verkauft.

Wolfgang Kleinlein hat einige Ansbach Triesdorfer in die Fleckviehherde aufgenommen, um die seltenen Rinder vor dem Aussterben zu schützen.

Das Futter der Tiere stammt bis auf zwei Salzarten vom eigenen Betrieb. Die Rinder bekommen Gras und Mais als Silage, sie benötigen das ganze Jahr über gleichmäßiges Futter, dass ihr Verdauungssystem gut arbeiten kann. Dazu gibt es noch allerhand Leckereien wie Hafer, Erbsen oder Ackerbohnen und viel Heu. Während der Vegetation dürfen alle Rinder auch auf die Weide.

Der Mist wird auf dem Misthaufen gelagert und ebenso wie die Jauche als vorzüglicher organischer Dünger zu gegebener Zeit auf die Äcker und Wiesen ausgebracht.

Seit Januar 2012 ist auch ein Hühnermobil in Betrieb. Die über 400 Hühner leben in einem mobilen Stall, haben viel Auslauf und wöchentlich eine frische Weide

Wir bekommen eine Führung über den Hof und erfahren alles wissenswerte über das Ansbach-Triesdorfer Rind. 

Wir befinden uns auf einem Bauernhof – entsprechendes Schuhwerk ist angeraten.

Hier geht es zur Anmeldung für die Führung!

Danach leben wir dann das Slow Food Motto „Was wir erhalten wollen, müssen wir auch aufessen“ und begeben uns zur – vom Hof fußläufig gelegen – Gaststätte Schwarzes Kreuz in Oberasbach. Dort erwarten uns René Thonius (Schwarzes Kreuz) und Robert Zeitinger (Weinstube Zeitinger) zum

Tigermenü:

Roastbeef an Feldsalat mit Honig-Senf-Dressing
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Tiger-Burger
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Roulade auf Rotkohl mit Kartoffelklößchen
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Dessert 

Hier geht es zur Anmeldung für das Essen.

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01.12.2018 – 19h – Jetzt ist es da – das Menü zur festlichen Tafelrunde

waldsJetzt steht das Menü von Peter Noventa und Team in Verbindung mit Günther Scholz von Fiasco Classico.

Folgender Ablauf ist geplant:

19:00 Uhr Treffpunkt Eingang Tiergarten

„Welcome“ mit Eisbärenpunsch, echten & falschen Nürnbergern und Gemüsestrudel,anschließend Laternenwanderung zum Restaurant, dort im Glaspalast Empfang am Kamin.

Menue:

Zum Empfang Cocktail “Casanova” – hausgemachter „Limoncello“ aufgefüllt mit

Prosecco Spumante brut (Fiasco Classico) dazu unsere “Amüsierlöffel“ mit Lachstatar,Prosciuttotatar, Tofutatar und Biokäse

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Couvert mit roter & schwarzer „Tapenade“ und Gibitzenhofer Leberwurst

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„Hors d’oeuvre mare”

hausgebeizter Biolachs, Trestertrauben, Matjes „Elsbeth Tucher“ MSC, Beerenchutney,

Hummerbisque, Cape sante, Gambero rosso ASC, „Ufergras“,

Trompeten, Brandade mit Dörr-Gemüsen

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Lackierte Biopute, Senfsauce, Linsen „ á piacere“, getrüffelter „Türkensterz“

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Rippenstück vom Biorind, zweierlei Kohl & Shiitake, Apfelsanddornconfit,

„verzaubertes“ Kartoffel-Wurzel-purree

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Dessertbuffet „Il Dolce del Moro“

Mango mit Granatapfel, rote Grütze mit Berberitzen und falschen Pomeranzen, Schokomousse, Bavaroise, Brownies, macarons, panna cotta, Obstetagere, Weihnachtsgebäck,

Biokäse aus Weißenberg mit Quittengelée

Die Nichtfischesser, die Nichtfleischesser, die Vegetarier und die Veganer bekommen am Abend á la minute pro Gang eine echte Alternative.

Wir bieten zum Menue eine Weinbegleitung an mit BioWeinen von Günther Scholz, Fiasco Classico, darunter werden auch Weine von Sting sein! Die Weinbegleitung wird € 20,00 kosten inklusive Mineralwasser und Espresso. (Alternativ wird es die Weine auch einzeln in üblichen Gemäßen geben, ebenso Bier, Softgetränke etc.)

Wir werden „Fußkranke“ hoch shuttlen, am Ende alle Gäste mit unseren T 6 Bussen zum Eingang zurückbringen.

Hier geht es zur Anmeldung (die Mitglieder die sich schon blind angemeldet haben, haben von mir schon eine E-Mail bekommen)

01.12.2018 – 19h Save the date – Festliche Tafelrunde

waldsDie beruflichen Belastungen von Peter und Claus haben das Programm im zweiten Halbjahr arg ausgedünnt. Aber an unserer festlichen Tafelrunde wollen wir dieses Jahr gerne festhalten. Und das hat funktioniert, weil sich unser Mitglied Herbert Fischer darum gekümmert hat. Die Anforderung von Peter und mir waren:  „In Nürnberg, öffentlich zu erreichen, auch für den normalen Geldbeutel finanzierbar, frei von industriellen Vorprodukten und E-Nummern. Und wie aus der Pistole geschossen kam – „die Waldschänke im Tiergarten“.

Peter Noventa beschreibt seine Küche mit:

Sie ist inspiriert von unseren alpenländischen Großmüttern und einer Nürnberger Mama, verpflichtet dem venezianischen Großvater und dem Tiergarten Nürnberg mit seiner ökologischen Ausrichtung: wir halten unsere Pfannen und Töpfe offen für alles, was uns aus der Region schmeckt, womit uns die Allgäuer Omas mästeten, wovon uns der Nonno aus dem Veneto mit glänzenden Augen vorgeschwärmt hatte! Wir kochen also einen Mix aus regionaler Küche, alpenländischer Küche und mediterraner Küche, ernährungsbewusst, umweltbewusst, wenn nicht in Bioqualität möglich, in der bestmöglichen konventionellen Qualität, mit MSC-zertifiziertem Fisch, und wir kochen für jeden Geldbeutel Der Metzger Fruth aus Gibitzenhof, ein ausgezeichneter Handwerksbetrieb, beliefert uns mit saftigem Jungschweinefleisch aus der Region für Braten und Schäufele, mit Nürnberger BioBratwürsten, BioWienerle, BioBockwürsten und exzellenten Wurstwaren. Unser BioRindfleisch für Fleischküchle und Geschnetzeltes stammt aus Österreich. Die Deutsche See beliefert uns mit MSC-zertifiziertem Fisch, BioLachs und BioGarnelen. Gemüse und Salat stammen, wenn möglich, aus dem Knoblauchsland, BioGemüse und Salat in der Regel aus Bayern, manchmal von südlich der Alpen. Mittlerweile haben wir ein Bioanteil von circa 80%.

Zum Essen begleitet uns – für den der mag – ein Weinmenü, kredenzt von unserem Mitglied Günther Scholz von Fiasco Classico.

Detail zu Menü und Preis folgen noch – wer schon mal blind vorbuchen möchte ist herzlich eingeladen das über den Link unten zu tun.

Hier geht es zur Anmeldung

Express ins Zwiebelbeet (von: Torsten Härtelt)

Bamberg1Mitte August haben uns die Bamberger Schnecken in ihr Convivium gelockt – unter Androhung von Besichtigung, Bier und gutem Essen!

Gut gelaunt bestiegen wir also den Regionalexpress in Richtung der Zwiebeltreter-Metropole auf den sieben Hügeln. Am Bahnhof empfing uns Andreas Schneider und geleitete uns zum Gärtner- und Häckermuseum, wo weitere Schnecken zu uns stießen.

Allen voran natürlich Roberto vom Convivium Mailand – momentan zu Gast bei einer Bamberger Slow Food Familie und unterwegs in Sachen deutscher Sprache und Bier…

Durch das Museum führte uns der Museumsleiter Dr. Hubertus Habel und wir lernten alsbald des Gärtners besten Freund Fredla in zwei Größen kennen. Nach einem kurzen Einführungsvortrag im Stall – auf gärtnerischen Sitzsäcken – ging es in das Herzstück des Museums, den Garten, der sich im Laufe des Jahres immer wieder verändert und die Besonderheiten Bamberger Gartenbaus überaus anschaulich erfahren läßt.

Auch das lebendigste Museum macht durstig – wie gut, daß als nächster Besuchspunkt eine Brauerei auf dem Plan stand! Eine ganz besondere Brauerei sogar – die Brauerei Heller mit ihrem berühmten Schlenkerla Rauchbier. Zunächst verkosteten wir jedoch ein köstliches Sommerbier, das Kräusen. Andreas Schneider erzählte uns bei unserer körperlichen Renovierung mit Bier und typischen Bamberger Gerichten noch viel Wissenswertes über Bamberg, die Bamberger Archepassagiere und die Herstellung des Rauchbieres.

Einiges später als gedacht brachen wir wieder auf und bestiegen den Express zurück nach Nürnberg. Wir wußten es ja eh – Bamberg ist immer wieder mal einen Besuch wert!

Fauna und Flora – Ein literarisches Menü in fünf Gängen und fünf Akten (von: Peter Schubert)

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Alle zwei Jahre wandern die Slow Food Schnecken (oder solche die es werden wollen…können…sollten) auf den „heiligen kulinarischen Berg“ zu unserer Marga, um Kulinarik und Literatur zu verschmelzen und daraus ein geistig-genüssliches Menü zu kreieren.

Diesmal lautete das Motto „Fauna und Flora“ und kaum ein besserer Ort als das Forsthaus Schweigelberg ist dafür vorstellbar. Bieten doch sowohl Pflanzen- als auch Tierwelt der Umgebung den perfekten Rahmen zum Programm. Selbstverständlich hatten wir – wie immer – einen fantastischen, warmen Sonnentag bestellt, um bis spät auf der Lichtung sitzen, genießen, plaudern und Leben spüren zu können.

Eine bunte Mischung von 18 Personen, jung und alt (davon ein Jubiläumspaar zur Diamanten(!) Hochzeit) bildeten eine harmonische, ausgesprochen sympathische Gruppe und Marga mit ihrem tollen Team verwöhnte uns aufs Beste.

Wie immer wurde das Geheimnis des Menüs erst mit dem Aufdecken der Menükarten gelüftet und selbstverständlich hatte sich Marga wieder einige Raffinessen zur Umsetzung des Themas einfallen lassen. Da ihr Kräutergarten (den sie uns später dann noch ausführlich zeigte und erläuterte), derzeit üppig bestückt ist, waren dementsprechende Zutaten eingearbeitet. Die (verarbeitete) Fauna natürlich ebenfalls aus heimischen Produkten, das großartige Brot selbstgebacken und so konnten wir genussvoll schwelgen. Natürlich stellte sich Marga erneut der „Risotto-Herausforderung“ (Eingeweihte kennen die Geschichte) und der Verfasser dieser Zeilen sollte ihr dabei wieder zur Hand gehen, da wir uns stets einig sind, bei dieser Frage….

20180714_165820Auch der anwesende Herwig Danzer durfte sich später beim Fleischgang in der Küche einbringen und so kamen jedesmal wohlschmeckende Gerichte auf die Teller.

Torsten Härtelt und ich haben zwischen den Gängen mit Gedichten, Kurzprosa und Geschichten den literarischen Teil gestaltet und nachdem auch so manch lustig-heiterer Text dabei war, herrschte eine lockere Stimmung und allen hat es (hoffentlich) gefallen. Als dann zum Abschluss der anwesende Ehejubilar auch noch spontan einige Gedichte (auswendig…und das mit Ende 80!) in unnachahmlicher Weise zum Besten gab, fand der Abend einen schönen Abschluss…aber er endete damit noch lange nicht.

Was bleibt, ist das Gefühl, schöne Stunden gemeinsam verbracht zu haben und die Hoffnung, dass Marga noch möglichst lange den Kochlöffel schwingt und das Forsthaus bewirtschaftet, denn dieser Ort ist einfach unvergleichlich. Er bildet nicht nur eine Kulisse sondern ist ganz reale Faszination. Ein herzliches Dankeschön an alle, die zum Gelingen beigetragen haben und wir sehen uns in zwei Jahren wieder!

Die Fotos sind mit Einverständnis aller Beteiligten entstanden und veröffentlicht!

 

Text: peter schubert

Fotos: G. Fischer, E. Mühlbach, T. Härtelt, P. Schubert

Bamberg mit allen Sinnen und auf vielen Wegen (von Helga Balletta und Peter Schubert)

Bildquelle:  Nürnberg Luftbild, Hajo Dietz

Fünf Archepassagiere (plus zwei beantragte!), Jahrhunderte altes „urban gardening“, Bamberger Bier, Welt(kultur)erbe, eine der schönsten Städte Deutschlands und Treffen mit Aktiven unseres Nachbarconviviums…

Es bedarf nicht mehr Worte, um diese Veranstaltung der Superlative zu bewerben. Ein Tag, den wir dank unserer Mitglieder Helga Balletta und vor allem auch des Slow Food Kollegen Andreas Schneider aus Bamberg organisieren konnten und der sicher nachhaltig in unserer Erinnerung hängen bleiben wird.

PROGRAMM:

Gemeinsamer kurzer Fussweg in die Areale des Welterbes urbaner Gartenbau der Bamberger Gärtnerstadt.

Ankunft am Gärtner- und Häckermuseum: 15:00 Uhr.

Vortrag über Geschichte und Gegenwart des Bamberger Erwerbsgartenbaus sowie Führung durch Museum und den Bamberger Sortengarten in der angrenzenden Nordflur im Unterland.

Ende um 17.00 Uhr und Fussweg durch die Welterbe-Innenstadt zur historischen Schankstelle der Brauerei Heller (Schlenkerla)

17.45 UhrBierprobe Arche-Passagier Bamberger Rauchbier traditioneller Herstellung sowie Infos zum Spezial-Brauverfahren (Filmbeitrag mit Moderation Slow-Food-Bamberg Andreas Schneider/ggf. Schlenkerla-Inhaber Matthias Trum).

Gemeinsames Abendessen mit Aktiven/Mitgliedern von Slow Food in Bamberg (und ggf. Geschäftführer Genussregion Oberfranken Norbert Heimbeck zugleich Convivienleiter Oberfranken) und Slow-Food-Aktiven der Bamberger Gruppe aus dem Convivum Mainfranken/Hohenlohe.

Essen à la carte (z.B. Grupfter, Bamberger Zwiebel oder Haxe in Rauchbiersoße oder Bamberger Schlenkerla-Bratwurst mit Rauchmalz und Dampfkraut und Rauchbierbrot).

Anschließend Rückweg durch die abendliche Altstadt zum Bamberger Bahnhof

Hier geht es zur Anmeldung:


Hinweise zur Fahrt (die bitte jeder eigenständig organisiert)

Vorschlag für Bahnfahrer:

HINFAHRT

Ab: Nürnberg HBF mit RE 13:38 UHR

An: Bamberg HBF mit RE 14.21 UHR

Andres Schneider (Slow Food Bamberg) kommt an das Gleis und holt uns ab!

Treffpunkt für alle, die nicht mit der Bahn anreisenUm 14:30 Uhr in der Bahnhofshalle im Bamberger Hauptbahnhof (das ist eine kleine Halle, da finden sich alle, die sich da treffen wollen)

RÜCKFAHRT

Ab: Bamberg HBF mit RE 20:38 UHR

An: Nürnberg HBF mit RE 21.19 UHR

Rückblick auf den Kinderkochkurs „Das gelbe vom Ei“ (von Helga Balletta)

…und von Paprika, Mais, Kurkuma, Aprikose, Ringelblumen und allem, was in ein gelbes Menü passt. Gelb war das Motto des Kinderkochkurses (passend zu den sonnig-gelben Tagen im Juni).

Und wie war die Farbe ins Menü eingebaut?

Das Gelbe vom Ei war nur in der Kruste des Schnitzels mit Cornflakes-Panade vertreten.

In der Zwiebelsuppe dominierten gelbe Linsen, Curry und Kurkuma, Polenta und Ratatouille waren von Natur aus gelb

und der Reis des Desserts war mit Safran gefärbt. Dazu gab es Aprikosenkompott.

Ob alle danach dann sangen „We all live in a yellow submarine“ entzieht sich meiner Kenntnis.

 

Bilder: Helga Balletta

Besichtigung der Gemüsekiste Langenloh und Menü im Gasthof Fetz (von Torsten Härtelt)

06_20180630_173206[2]Ende Juni ging es wieder einmal “auf´s Land” für ein Dutzend Schnecken.
Vor der Gemüsekiste in Langenloh empfing uns Andreas Fischer und gab uns einen ersten Überblick: seit zwanzig Jahren ein Biobetrieb, fünfhundert Produkte und wöchentlich etwa eintausend Empfänger einer Kiste. Diese enthält natürlich nicht nur die Produkte, die Andreas mit seiner Familie und Mitarbeitern selbst produziert, sondern auch Fleisch, Gemüse und Obst anderer Biobetriebe. Zudem liefert der Biogroßhandel fünfmal in der Woche z.B. Zitronen oder Bananen an. Mit einer Gemüsekiste bleiben also kaum Wünsche offen – und das bis Weißenburg oder Nürnberg. Nach dem Lager und der Packstation haben wir der Mutterkuhherde einen Besuch abgestattet und auch den beiden Eseln hallo gesagt. Nun standen wir auch schon im Grünen und Andreas erläuterte die angebauten Produkte nebst technischen Aspekten. Gaaanz viel Handarbeit läßt es sich vereinfacht sagen. Am 22.7. findet übrigens das jährliche Hoffest statt!

Nach zwei informativen Stunden begaben wir uns auf den Weg nach Götteldorf zum Gasthaus Fetz und stärkten uns mit Apfelschorle (aus selbstgemachtem Saft, köstlich!) oder auch Bier – unter anderem dem wunderbaren Unternbiberter. Mit Johannes Fetz – gelernter Koch und Biobauer aus Leidenschaft – unternahmen wir dann einen kleinen Hofrundgang zu einer herrlich bunten Kuhherde, zu Hähnen und Hühnern, Gänsen und Schweinen. Gerne würde Johannes auch die Schweine auf der Weide halten, der zuständige Veterinär lehnt dies jedoch ab. In den den Nachbarlandkreisen wäre es kein Problem. Immer mit dabei war Hofhund Lilly. Und wenn man weiß, wie sehr das Wohlergehen der Tiere Johannes am Herzen liegt, dann schmeckt es umso besser. Wir waren also sehr gespannt. Zum Entree wurde ein Gruß aus der Küche gereicht, selbstgemachte Chips mit Ratatouille und Pesto.

05_IMG-20180701-WA0001[1]

Ein warmer Ziegenfrischkäse mit Salat schloß sich an

02_20180630_182720[2]wurde von Roastbeef und Nacken mit Polenta (mit Camembert!) und mediterranem Gemüse abgelöst.

03_20180630_184115[2]Die Krönung war dann ein Tartelett mit Johannisbeeren, Erdbeerschaum und Bauernhofeis aus Wernfels.

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Im Herbst erscheint der neue Slow Food Genußführer und das Gasthaus Fetz ist dabei. Wer sich nun auch einmal verwöhnen lassen möchte – ab Anfang September ist wieder geöffnet, bis dahin gehört Johannes der Landwirtschaft. Allerdings schwingt er beim Hoffest der Gemüseküche den Kochlöffel. Ein schöner Satz des Biobauern und Kochs zum Schluß: wenn ich ein Stück Fleisch in der Küche liegen habe sind 80 Prozent meiner Arbeit schon gemacht.
Wir danken für den informativen und kulinarischen Tag und wünschen Andreas und Johannes weiterhin viel Erfolg!

„Der König der Heringe bat zu Tisch“(von Monika & Gerhard Tremel)

IMG_1533Samstagmittag, den 16. Juni 2018, fanden sich 33 interessierte, neugierige – und hungrige  Schnecken und Schneckenfreunde im schattigen Wirtsgarten der Fischküche Reck in Möhrendorf ein. Bei schönstem Wetter begrüßte Gerhard Tremel die Teilnehmer zur nicht gerade typischen fränkischen Veranstaltung, die jedoch schnell ausgebucht war.

Die Idee dazu hatte er bei einem Besuch im „Kleinen Heinrich“ in Glückstadt und fand in Frau Reck eine konkreative Köchin.

An den schön eingedeckten Tischen überraschte, uns nach kühlen Aperitifs01_IMG_3452

Fränkischer Gin aus der Brennerei Hack
mit Gurkenschalen-Tonic aufgegossen 

oder 

Alkoholfreier Prisecco von Streuobstwiesen der Manufaktur Jörg Geiger

die Küche mit einem „amuse gueule“ – geräucherter Matjes auf Currychip – eine köstliche Einstimmung.

Frau Reck erklärte die traditionellen Abläufe  bei der Verwandlung des rohen jungen Herings zum Salzhering und Matjes oder Primtjes. Es gibt übrigens zwei Sorten Matjes, den „echten Matjes“ der teilgenommen ist (die Bauchspeicheldrüse bleibt im Fisch) und ausschließlich mit der Zugabe von Salz reift, sowie den „nordischen Matjes“ der mit Reifeenzymen sowie zusätzlich zum Salz auch mit Zucker oder Kräutern und Gewürzen nach Belieben angesetzt wird.

Was eine engagierte Köchin leckeres daraus machen kann bewies die Menüfolge:

IMG_1541„Dreierlei Salzhering“
mit kleiner Salatgarnitur von Knoblauchsländer Blattsalaten und Brotauswahl

**Matjeshappen auf geröstetem Bauernbrot mit Preiselbeeren und Emmentaler**

 **Matjesterrine mit Schmandcreme**

 **Matjes „Hausfrauen Art“**

Die ideale Begleitung dazu war ein frisch gezapftes kühles Pils

Danach die

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Cremige Meerrettichsuppe von Baiersdorfer Meerrettich
mit Matjestartar und roter Beete

 machte die Zunge bereit für den Hauptgang

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„Matjes und Saibling“
Junges Matjesfilet und kross gebratenes Saiblingsfilet
mit Petersilienbaggers und Senf-Dill-Honigsoße

Meer trifft See

Dazu empfahl sich ein fränkischer Silvaner vom Familienweingut Braun in Fahr

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Eis vom Bauernhof und Topfenknödel
mit Rhabarber-Erdbeergrütze

 Das Eis mit süßsaurem Erdbeerkompott und kleinen Topfenknödeln rundete – im wahrsten Sinne – das „königliche Mahl“ ab.

Schon gewusst …

… dass Nordseeheringe einen enorm hohen Vitamin-D-Gehalt haben?

… dass bereits in der Geschichte kein anderer Fisch eine so große wirtschaftliche Bedeutung wie der Hering hatte? Im Mittelalter bewahrte er die Menschen oft vor Hungersnöten. Seinetwegen wurden Kriege geführt und der Aufstieg der Hanse war eng mit diesem Fisch verbunden.

Ein großer Dank an Frau Reck und ihr Küchenteam, ebenso aber auch an den freundlichen Service.

Von der Weide auf den Teller – Besuch beim Hutanger-Projekt (von Christian Buggisch)

Und dann kam der Regen. Seit Tagen war es heiß und knochentrocken. Entsprechend luftig bekleidet hatten sich rund 30 Slow Food-Mitglieder auf den Weg zur Besichtigung des Hutanger-Projekts nahe Hersbruck gemacht. Und kaum auf der Kuhweide angekommen, öffnete der Himmel seine Schleusen und es goss in Strömen …

Zwar verwandelte sich der Ausflug schnell in eine kleine Schlammschlacht, aber das tat der guten Laune keinen Abbruch. Denn erstens war der warme Sommerregen für alle erfrischend und zweitens machte Rainer Wölfel vom Hutanger-Projekt klar, dass der Regen nach der langen Trockenzeit dringend nötig war.

Aber der Reihe nach: Kuhweide? Hutanger-Projekt? Worum geht es?

Das Ziel des Slow Food-Ausflugs am vergangen Sonntag war ein bayerisches Vorzeige-Projekt in Sachen Naturschutz und Nachhaltigkeit. Der Begriff Hutanger sagt eigentlich alles: „Hut“ kommt von „hüten“, der „Anger“ bezeichnet seit Jahrhunderten ein wildes Grasland. Die Hutanger in der Hersbrucker Alb sind also Weideflächen, auf die der Dorfhirte früher die Rinder der Dorfgemeinschaft trieb. Sie waren Teil der Allmende, des Gemeinschaftsbesitzes der Bewohner.

Was früher eine Selbstverständlichkeit war, ist heute ein Naturschutzprojekt. Rund 500 Hektar auf 120 Einzelflächen sind Teil des Projekts im Nürnberger Land. Erstes Ziel ist, wie Rainer Wölfel in seiner dreistündigen Führung den Slow Food-Interessenten erklärte, Landschaftspflege. Jenseits von konventioneller ertragsoptimierter Landwirtschaft werden alte Weideflächen erhalten und bewirtschaftet, die man an ihren blühenden Magerrasen und alten Baumbeständen erkennen kann.

Landschaftspflege bedeutet in diesem Fall den Erhalt bzw. die Rückgewinnung von Artenvielfalt. Das effektivste Mittel gegen das viel diskutierte Insektensterben etwa seien Hutanger, so Wölfel. Landschaftspflege bedeutet aber auch, für attraktive Landschaften zu sorgen. So manche Brennnesselwüste sei durch die Rinderbewirtschaftung als „sehenswerte“ Weide zurückgewonnen worden.

Gepflegt wird die Landschaft weniger vom Menschen als von Tieren, im Falle der Weiden, die wir uns im Rahmen der Slow Food-Veranstaltung angeschaut haben, vor allem von Kühen. Und das ist eine zweite erfreuliche und beeindruckende Folge des Hutanger-Projekts: Tiere können hier so leben, wie man sich das nur wünschen kann (vorausgesetzt der eigene Kompass ist auf etwas anderes ausgerichtet als den Erwerb von möglichst billigem Fleisch beim Discounter).

In Mutterkuhhaltung (was bedeutet, dass die Kühe nicht gemolken werden und die Kälber die ganze Zeit bei ihren Müttern sind) und in der natürlichen Gemeinschaft ihrer Herde haben die Tiere kurz gesagt ein schönes Leben – und entwickeln eine ausgezeichnete Fleischqualität. Der Fleischverkauf wird über Direktvermarktung organisiert, wobei die Paten bevorzugt werden. Patenschaften, mit denen man das Projekt unterstützen kann, gibt es ab 60 Euro.

Von dieser Qualität konnten sich die Slow Food-Ausflügler – wieder halbwegs getrocknet – am Abend im nahe gelegenen Gasthaus „Zum Stillen Bächlein“ überzeugen und ein viergängiges Menü mit Fleisch aus dem Hutanger-Projekt genießen:

Gruß aus der Küche: Lauwarmer Beef Tea

Sülze vom Kalb an Wildkräutersalat in Apfel-Eichen-Essig, Wachtelspiegelei, geröstetes Bauernbrot

Mit Rosmarin gebratenes Kalbsschäuferle, dazu Glaciertes aus Wald und Flur, Pfifferlingsknödel

Gebackene Hollerblüten an Erdbeersalat, Gurkeneis und Fichtenknospen in Zartbitterschokolade