Express ins Zwiebelbeet (von: Torsten Härtelt)

Bamberg1Mitte August haben uns die Bamberger Schnecken in ihr Convivium gelockt – unter Androhung von Besichtigung, Bier und gutem Essen!

Gut gelaunt bestiegen wir also den Regionalexpress in Richtung der Zwiebeltreter-Metropole auf den sieben Hügeln. Am Bahnhof empfing uns Andreas Schneider und geleitete uns zum Gärtner- und Häckermuseum, wo weitere Schnecken zu uns stießen.

Allen voran natürlich Roberto vom Convivium Mailand – momentan zu Gast bei einer Bamberger Slow Food Familie und unterwegs in Sachen deutscher Sprache und Bier…

Durch das Museum führte uns der Museumsleiter Dr. Hubertus Habel und wir lernten alsbald des Gärtners besten Freund Fredla in zwei Größen kennen. Nach einem kurzen Einführungsvortrag im Stall – auf gärtnerischen Sitzsäcken – ging es in das Herzstück des Museums, den Garten, der sich im Laufe des Jahres immer wieder verändert und die Besonderheiten Bamberger Gartenbaus überaus anschaulich erfahren läßt.

Auch das lebendigste Museum macht durstig – wie gut, daß als nächster Besuchspunkt eine Brauerei auf dem Plan stand! Eine ganz besondere Brauerei sogar – die Brauerei Heller mit ihrem berühmten Schlenkerla Rauchbier. Zunächst verkosteten wir jedoch ein köstliches Sommerbier, das Kräusen. Andreas Schneider erzählte uns bei unserer körperlichen Renovierung mit Bier und typischen Bamberger Gerichten noch viel Wissenswertes über Bamberg, die Bamberger Archepassagiere und die Herstellung des Rauchbieres.

Einiges später als gedacht brachen wir wieder auf und bestiegen den Express zurück nach Nürnberg. Wir wußten es ja eh – Bamberg ist immer wieder mal einen Besuch wert!

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Zum Dahinschmelzen

eis-oberlipp-5-768x610Beppo und Christine Zschaber

Durch unseren Nachbarn Michael Olma, vom Slow Food Convivium Ingolstadt, bin ich auf eine Eismanufaktur in Pirkach bei Neumarkt aufmerksam geworden.

Jetzt bringen wir es im Programm nicht mehr unter, aber nächstes Jahr machen wir eine Exkursion dorthin.

Solange lest bitte hier was Michael dazu in seinem Blog schreibt.

Fauna und Flora – Ein literarisches Menü in fünf Gängen und fünf Akten (von: Peter Schubert)

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Alle zwei Jahre wandern die Slow Food Schnecken (oder solche die es werden wollen…können…sollten) auf den „heiligen kulinarischen Berg“ zu unserer Marga, um Kulinarik und Literatur zu verschmelzen und daraus ein geistig-genüssliches Menü zu kreieren.

Diesmal lautete das Motto „Fauna und Flora“ und kaum ein besserer Ort als das Forsthaus Schweigelberg ist dafür vorstellbar. Bieten doch sowohl Pflanzen- als auch Tierwelt der Umgebung den perfekten Rahmen zum Programm. Selbstverständlich hatten wir – wie immer – einen fantastischen, warmen Sonnentag bestellt, um bis spät auf der Lichtung sitzen, genießen, plaudern und Leben spüren zu können.

Eine bunte Mischung von 18 Personen, jung und alt (davon ein Jubiläumspaar zur Diamanten(!) Hochzeit) bildeten eine harmonische, ausgesprochen sympathische Gruppe und Marga mit ihrem tollen Team verwöhnte uns aufs Beste.

Wie immer wurde das Geheimnis des Menüs erst mit dem Aufdecken der Menükarten gelüftet und selbstverständlich hatte sich Marga wieder einige Raffinessen zur Umsetzung des Themas einfallen lassen. Da ihr Kräutergarten (den sie uns später dann noch ausführlich zeigte und erläuterte), derzeit üppig bestückt ist, waren dementsprechende Zutaten eingearbeitet. Die (verarbeitete) Fauna natürlich ebenfalls aus heimischen Produkten, das großartige Brot selbstgebacken und so konnten wir genussvoll schwelgen. Natürlich stellte sich Marga erneut der „Risotto-Herausforderung“ (Eingeweihte kennen die Geschichte) und der Verfasser dieser Zeilen sollte ihr dabei wieder zur Hand gehen, da wir uns stets einig sind, bei dieser Frage….

20180714_165820Auch der anwesende Herwig Danzer durfte sich später beim Fleischgang in der Küche einbringen und so kamen jedesmal wohlschmeckende Gerichte auf die Teller.

Torsten Härtelt und ich haben zwischen den Gängen mit Gedichten, Kurzprosa und Geschichten den literarischen Teil gestaltet und nachdem auch so manch lustig-heiterer Text dabei war, herrschte eine lockere Stimmung und allen hat es (hoffentlich) gefallen. Als dann zum Abschluss der anwesende Ehejubilar auch noch spontan einige Gedichte (auswendig…und das mit Ende 80!) in unnachahmlicher Weise zum Besten gab, fand der Abend einen schönen Abschluss…aber er endete damit noch lange nicht.

Was bleibt, ist das Gefühl, schöne Stunden gemeinsam verbracht zu haben und die Hoffnung, dass Marga noch möglichst lange den Kochlöffel schwingt und das Forsthaus bewirtschaftet, denn dieser Ort ist einfach unvergleichlich. Er bildet nicht nur eine Kulisse sondern ist ganz reale Faszination. Ein herzliches Dankeschön an alle, die zum Gelingen beigetragen haben und wir sehen uns in zwei Jahren wieder!

Die Fotos sind mit Einverständnis aller Beteiligten entstanden und veröffentlicht!

 

Text: peter schubert

Fotos: G. Fischer, E. Mühlbach, T. Härtelt, P. Schubert

Bamberg mit allen Sinnen und auf vielen Wegen (von Helga Balletta und Peter Schubert)

Bildquelle:  Nürnberg Luftbild, Hajo Dietz

Fünf Archepassagiere (plus zwei beantragte!), Jahrhunderte altes „urban gardening“, Bamberger Bier, Welt(kultur)erbe, eine der schönsten Städte Deutschlands und Treffen mit Aktiven unseres Nachbarconviviums…

Es bedarf nicht mehr Worte, um diese Veranstaltung der Superlative zu bewerben. Ein Tag, den wir dank unserer Mitglieder Helga Balletta und vor allem auch des Slow Food Kollegen Andreas Schneider aus Bamberg organisieren konnten und der sicher nachhaltig in unserer Erinnerung hängen bleiben wird.

PROGRAMM:

Gemeinsamer kurzer Fussweg in die Areale des Welterbes urbaner Gartenbau der Bamberger Gärtnerstadt.

Ankunft am Gärtner- und Häckermuseum: 15:00 Uhr.

Vortrag über Geschichte und Gegenwart des Bamberger Erwerbsgartenbaus sowie Führung durch Museum und den Bamberger Sortengarten in der angrenzenden Nordflur im Unterland.

Ende um 17.00 Uhr und Fussweg durch die Welterbe-Innenstadt zur historischen Schankstelle der Brauerei Heller (Schlenkerla)

17.45 UhrBierprobe Arche-Passagier Bamberger Rauchbier traditioneller Herstellung sowie Infos zum Spezial-Brauverfahren (Filmbeitrag mit Moderation Slow-Food-Bamberg Andreas Schneider/ggf. Schlenkerla-Inhaber Matthias Trum).

Gemeinsames Abendessen mit Aktiven/Mitgliedern von Slow Food in Bamberg (und ggf. Geschäftführer Genussregion Oberfranken Norbert Heimbeck zugleich Convivienleiter Oberfranken) und Slow-Food-Aktiven der Bamberger Gruppe aus dem Convivum Mainfranken/Hohenlohe.

Essen à la carte (z.B. Grupfter, Bamberger Zwiebel oder Haxe in Rauchbiersoße oder Bamberger Schlenkerla-Bratwurst mit Rauchmalz und Dampfkraut und Rauchbierbrot).

Anschließend Rückweg durch die abendliche Altstadt zum Bamberger Bahnhof

Hier geht es zur Anmeldung:


Hinweise zur Fahrt (die bitte jeder eigenständig organisiert)

Vorschlag für Bahnfahrer:

HINFAHRT

Ab: Nürnberg HBF mit RE 13:38 UHR

An: Bamberg HBF mit RE 14.21 UHR

Andres Schneider (Slow Food Bamberg) kommt an das Gleis und holt uns ab!

Treffpunkt für alle, die nicht mit der Bahn anreisenUm 14:30 Uhr in der Bahnhofshalle im Bamberger Hauptbahnhof (das ist eine kleine Halle, da finden sich alle, die sich da treffen wollen)

RÜCKFAHRT

Ab: Bamberg HBF mit RE 20:38 UHR

An: Nürnberg HBF mit RE 21.19 UHR

Rückblick auf den Kinderkochkurs „Das gelbe vom Ei“ (von Helga Balletta)

…und von Paprika, Mais, Kurkuma, Aprikose, Ringelblumen und allem, was in ein gelbes Menü passt. Gelb war das Motto des Kinderkochkurses (passend zu den sonnig-gelben Tagen im Juni).

Und wie war die Farbe ins Menü eingebaut?

Das Gelbe vom Ei war nur in der Kruste des Schnitzels mit Cornflakes-Panade vertreten.

In der Zwiebelsuppe dominierten gelbe Linsen, Curry und Kurkuma, Polenta und Ratatouille waren von Natur aus gelb

und der Reis des Desserts war mit Safran gefärbt. Dazu gab es Aprikosenkompott.

Ob alle danach dann sangen „We all live in a yellow submarine“ entzieht sich meiner Kenntnis.

 

Bilder: Helga Balletta

Besichtigung der Gemüsekiste Langenloh und Menü im Gasthof Fetz (von Torsten Härtelt)

06_20180630_173206[2]Ende Juni ging es wieder einmal “auf´s Land” für ein Dutzend Schnecken.
Vor der Gemüsekiste in Langenloh empfing uns Andreas Fischer und gab uns einen ersten Überblick: seit zwanzig Jahren ein Biobetrieb, fünfhundert Produkte und wöchentlich etwa eintausend Empfänger einer Kiste. Diese enthält natürlich nicht nur die Produkte, die Andreas mit seiner Familie und Mitarbeitern selbst produziert, sondern auch Fleisch, Gemüse und Obst anderer Biobetriebe. Zudem liefert der Biogroßhandel fünfmal in der Woche z.B. Zitronen oder Bananen an. Mit einer Gemüsekiste bleiben also kaum Wünsche offen – und das bis Weißenburg oder Nürnberg. Nach dem Lager und der Packstation haben wir der Mutterkuhherde einen Besuch abgestattet und auch den beiden Eseln hallo gesagt. Nun standen wir auch schon im Grünen und Andreas erläuterte die angebauten Produkte nebst technischen Aspekten. Gaaanz viel Handarbeit läßt es sich vereinfacht sagen. Am 22.7. findet übrigens das jährliche Hoffest statt!

Nach zwei informativen Stunden begaben wir uns auf den Weg nach Götteldorf zum Gasthaus Fetz und stärkten uns mit Apfelschorle (aus selbstgemachtem Saft, köstlich!) oder auch Bier – unter anderem dem wunderbaren Unternbiberter. Mit Johannes Fetz – gelernter Koch und Biobauer aus Leidenschaft – unternahmen wir dann einen kleinen Hofrundgang zu einer herrlich bunten Kuhherde, zu Hähnen und Hühnern, Gänsen und Schweinen. Gerne würde Johannes auch die Schweine auf der Weide halten, der zuständige Veterinär lehnt dies jedoch ab. In den den Nachbarlandkreisen wäre es kein Problem. Immer mit dabei war Hofhund Lilly. Und wenn man weiß, wie sehr das Wohlergehen der Tiere Johannes am Herzen liegt, dann schmeckt es umso besser. Wir waren also sehr gespannt. Zum Entree wurde ein Gruß aus der Küche gereicht, selbstgemachte Chips mit Ratatouille und Pesto.

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Ein warmer Ziegenfrischkäse mit Salat schloß sich an

02_20180630_182720[2]wurde von Roastbeef und Nacken mit Polenta (mit Camembert!) und mediterranem Gemüse abgelöst.

03_20180630_184115[2]Die Krönung war dann ein Tartelett mit Johannisbeeren, Erdbeerschaum und Bauernhofeis aus Wernfels.

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Im Herbst erscheint der neue Slow Food Genußführer und das Gasthaus Fetz ist dabei. Wer sich nun auch einmal verwöhnen lassen möchte – ab Anfang September ist wieder geöffnet, bis dahin gehört Johannes der Landwirtschaft. Allerdings schwingt er beim Hoffest der Gemüseküche den Kochlöffel. Ein schöner Satz des Biobauern und Kochs zum Schluß: wenn ich ein Stück Fleisch in der Küche liegen habe sind 80 Prozent meiner Arbeit schon gemacht.
Wir danken für den informativen und kulinarischen Tag und wünschen Andreas und Johannes weiterhin viel Erfolg!

„Der König der Heringe bat zu Tisch“(von Monika & Gerhard Tremel)

IMG_1533Samstagmittag, den 16. Juni 2018, fanden sich 33 interessierte, neugierige – und hungrige  Schnecken und Schneckenfreunde im schattigen Wirtsgarten der Fischküche Reck in Möhrendorf ein. Bei schönstem Wetter begrüßte Gerhard Tremel die Teilnehmer zur nicht gerade typischen fränkischen Veranstaltung, die jedoch schnell ausgebucht war.

Die Idee dazu hatte er bei einem Besuch im „Kleinen Heinrich“ in Glückstadt und fand in Frau Reck eine konkreative Köchin.

An den schön eingedeckten Tischen überraschte, uns nach kühlen Aperitifs01_IMG_3452

Fränkischer Gin aus der Brennerei Hack
mit Gurkenschalen-Tonic aufgegossen 

oder 

Alkoholfreier Prisecco von Streuobstwiesen der Manufaktur Jörg Geiger

die Küche mit einem „amuse gueule“ – geräucherter Matjes auf Currychip – eine köstliche Einstimmung.

Frau Reck erklärte die traditionellen Abläufe  bei der Verwandlung des rohen jungen Herings zum Salzhering und Matjes oder Primtjes. Es gibt übrigens zwei Sorten Matjes, den „echten Matjes“ der teilgenommen ist (die Bauchspeicheldrüse bleibt im Fisch) und ausschließlich mit der Zugabe von Salz reift, sowie den „nordischen Matjes“ der mit Reifeenzymen sowie zusätzlich zum Salz auch mit Zucker oder Kräutern und Gewürzen nach Belieben angesetzt wird.

Was eine engagierte Köchin leckeres daraus machen kann bewies die Menüfolge:

IMG_1541„Dreierlei Salzhering“
mit kleiner Salatgarnitur von Knoblauchsländer Blattsalaten und Brotauswahl

**Matjeshappen auf geröstetem Bauernbrot mit Preiselbeeren und Emmentaler**

 **Matjesterrine mit Schmandcreme**

 **Matjes „Hausfrauen Art“**

Die ideale Begleitung dazu war ein frisch gezapftes kühles Pils

Danach die

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Cremige Meerrettichsuppe von Baiersdorfer Meerrettich
mit Matjestartar und roter Beete

 machte die Zunge bereit für den Hauptgang

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„Matjes und Saibling“
Junges Matjesfilet und kross gebratenes Saiblingsfilet
mit Petersilienbaggers und Senf-Dill-Honigsoße

Meer trifft See

Dazu empfahl sich ein fränkischer Silvaner vom Familienweingut Braun in Fahr

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Eis vom Bauernhof und Topfenknödel
mit Rhabarber-Erdbeergrütze

 Das Eis mit süßsaurem Erdbeerkompott und kleinen Topfenknödeln rundete – im wahrsten Sinne – das „königliche Mahl“ ab.

Schon gewusst …

… dass Nordseeheringe einen enorm hohen Vitamin-D-Gehalt haben?

… dass bereits in der Geschichte kein anderer Fisch eine so große wirtschaftliche Bedeutung wie der Hering hatte? Im Mittelalter bewahrte er die Menschen oft vor Hungersnöten. Seinetwegen wurden Kriege geführt und der Aufstieg der Hanse war eng mit diesem Fisch verbunden.

Ein großer Dank an Frau Reck und ihr Küchenteam, ebenso aber auch an den freundlichen Service.

14.7 – 17h – Fauna und Flora – Ein literarisches Menü

Marga Linhard

Marga Linhard

Ein Menü mit literarischen Zutaten von Torsten Härtelt und Peter Schubert, von unserer Marga Linhard (“Forsthaus Schweigelberg” ) kulinarisch interpretiert.

Und was gibt’s für den Magen?

Na das wissen wir heute noch nicht. Details folgen zum gegebenen Zeitpunkt.
Wer Marga, ihre Küche und das Forsthaus kennt, weiß, das wird à la minute entschieden. Je nach Gästezahl und Marktlage.

Der Preis beinhaltet das Menü. Getränke und Trinkgeld zahlen Sie bitte vor Ort!

Hier geht es zur Anmeldung


Bitte beachten Sie das Fahrverbot auf dem Schweigelberg!! Die Autos unbedingt vorher abstellen und dann ganz verliebt zum Forsthaus laufen!

Riegelein – Ein Unternehmen im Wandel – Ein Rückblick

02_20180609__Riegelein_-2Alles was man zu Riegelein wissen muss, findet sich ja schon in der Einladung. Trotzdem bin ich mit einer kleinen Portion Vorurteilen nach Cadolzburg gefahren. Denn für mich war Riegelein ein reiner Massenproduzent. Was sollte das mit Slow Food zu tun haben? Ein Unternehmen das 49% seiner Produkte im Discount und 47 % im LEH absetzt.

Die Antwort ist einfach: Peter Riegelein. Der Unternehmer ist selbst Mitglied bei Slow Food und vertritt die Nachhaltigkeitsgedanken mit großer Überzeugung. Sowohl nach innen gegenüber seinem Einkauf, Controlling und seinen Mitarbeitern in der Produktion, als auch nach außen in seinem Verband, bei Banken und natürlich bei seinen Abnehmern.

Es war eine unternehmerische Entscheidung innerhalb von drei Jahren auf Fairtradekakao umzustellen, was nicht ohne Risiko gewesen ist und auch kurzfristig zu Verlusten von Aufträgen geführt hat. Heute trägt diese Entscheidung Früchte, weil Peter Riegelein mit seinem Unternehmen Vorreiter geworden ist und damit die Welt der Bauern (und Verbraucher) ein bisschen besser macht.

Und daran wird weiter gearbeitet. In der nächsten Evolutionsstufe soll aus der Massenschokolade Sojalecithin und Emulgatoren entfernt und der Zuckeranteil gesenkt werden.

Peter Riegeleins persönliche Leidenschaft gilt der „Fortunato No 4“.  Sie wird aus der Kakaobohne des „Urkakaos“ gemacht. 60 Stunden conchiert in der Manufaktur und enthält nur Kakaomasse, Zucker und Kakaobutter.

Der ursprüngliche Pure Nacional Cacao stammt aus dem Marañón-Tal in Peru, das bestätigen Analysen. Hundert Prozent reinsortig, unverfälscht, echt und pur.

Einst in Ecuador auf Plantagen angebaut und wegen seiner fruchtigen, blumigen Aromen die beliebteste Sorte rund um den Globus, schien „Pure Nacional“ seit Anfang des 20. Jahrhunderts unwiederbringlich verloren. Jetzt war sie zurück, ans Licht getreten aus ihrem Versteck im Paradiesgarten Perus: die ungekrönte Königin des Cacao …

Doch die Geschichte ist noch nicht zu Ende. Denn in Wahrheit sind es zwei wundersame Fügungen, die die Zukunft der Schokolade neu schreiben werden: Im Flusstal des Marañón wurde nicht nur die edelste aller Kakaosorten wiedergefunden, sondern, mehr noch, eine bisher nicht gekannte Ausprägung der Pure Nacional mit weißen Bohnen entdeckt. So waren Kakao-Schoten mit 40% oder sogar 100% weißen Bohnen dieser reinen Sorte bis dahin unbekannt.
Nun muss man wissen, dass besagte weiße Bohnen nur dann entstehen, wenn sich die Kakao-Bäume für Hunderte von Jahren ungestört entwickeln. Konnte es einen größeren Glücksfall für Schokoladenliebhaber geben als die Hebung dieses Schatzes, einer Rarität unschätzbaren Wertes für Genießer auf aller Welt?

Der hohe Anteil der weißen Kakaobohnen verleiht der Kakaomasse durch das Fehlen von Bitterstoffen jenen einmalig zarten Geschmack. So vereint der Ur-Cacao aus Peru komplexe fruchtige und blumige Nacional-Aromen mit der sanften, nussigen Note heller Bohnen.
Okay – es ist nur eine Tonne von den 18000 die Riegelein jährlich verarbeitet.

Aber was in der Manufaktur gelernt wird, befruchtet auch die Massenproduktion.

Fotos: Bernd Steigerwald – www.bsteigerwald.de

 

Von der Weide auf den Teller – Besuch beim Hutanger-Projekt (von Christian Buggisch)

Und dann kam der Regen. Seit Tagen war es heiß und knochentrocken. Entsprechend luftig bekleidet hatten sich rund 30 Slow Food-Mitglieder auf den Weg zur Besichtigung des Hutanger-Projekts nahe Hersbruck gemacht. Und kaum auf der Kuhweide angekommen, öffnete der Himmel seine Schleusen und es goss in Strömen …

Zwar verwandelte sich der Ausflug schnell in eine kleine Schlammschlacht, aber das tat der guten Laune keinen Abbruch. Denn erstens war der warme Sommerregen für alle erfrischend und zweitens machte Rainer Wölfel vom Hutanger-Projekt klar, dass der Regen nach der langen Trockenzeit dringend nötig war.

Aber der Reihe nach: Kuhweide? Hutanger-Projekt? Worum geht es?

Das Ziel des Slow Food-Ausflugs am vergangen Sonntag war ein bayerisches Vorzeige-Projekt in Sachen Naturschutz und Nachhaltigkeit. Der Begriff Hutanger sagt eigentlich alles: „Hut“ kommt von „hüten“, der „Anger“ bezeichnet seit Jahrhunderten ein wildes Grasland. Die Hutanger in der Hersbrucker Alb sind also Weideflächen, auf die der Dorfhirte früher die Rinder der Dorfgemeinschaft trieb. Sie waren Teil der Allmende, des Gemeinschaftsbesitzes der Bewohner.

Was früher eine Selbstverständlichkeit war, ist heute ein Naturschutzprojekt. Rund 500 Hektar auf 120 Einzelflächen sind Teil des Projekts im Nürnberger Land. Erstes Ziel ist, wie Rainer Wölfel in seiner dreistündigen Führung den Slow Food-Interessenten erklärte, Landschaftspflege. Jenseits von konventioneller ertragsoptimierter Landwirtschaft werden alte Weideflächen erhalten und bewirtschaftet, die man an ihren blühenden Magerrasen und alten Baumbeständen erkennen kann.

Landschaftspflege bedeutet in diesem Fall den Erhalt bzw. die Rückgewinnung von Artenvielfalt. Das effektivste Mittel gegen das viel diskutierte Insektensterben etwa seien Hutanger, so Wölfel. Landschaftspflege bedeutet aber auch, für attraktive Landschaften zu sorgen. So manche Brennnesselwüste sei durch die Rinderbewirtschaftung als „sehenswerte“ Weide zurückgewonnen worden.

Gepflegt wird die Landschaft weniger vom Menschen als von Tieren, im Falle der Weiden, die wir uns im Rahmen der Slow Food-Veranstaltung angeschaut haben, vor allem von Kühen. Und das ist eine zweite erfreuliche und beeindruckende Folge des Hutanger-Projekts: Tiere können hier so leben, wie man sich das nur wünschen kann (vorausgesetzt der eigene Kompass ist auf etwas anderes ausgerichtet als den Erwerb von möglichst billigem Fleisch beim Discounter).

In Mutterkuhhaltung (was bedeutet, dass die Kühe nicht gemolken werden und die Kälber die ganze Zeit bei ihren Müttern sind) und in der natürlichen Gemeinschaft ihrer Herde haben die Tiere kurz gesagt ein schönes Leben – und entwickeln eine ausgezeichnete Fleischqualität. Der Fleischverkauf wird über Direktvermarktung organisiert, wobei die Paten bevorzugt werden. Patenschaften, mit denen man das Projekt unterstützen kann, gibt es ab 60 Euro.

Von dieser Qualität konnten sich die Slow Food-Ausflügler – wieder halbwegs getrocknet – am Abend im nahe gelegenen Gasthaus „Zum Stillen Bächlein“ überzeugen und ein viergängiges Menü mit Fleisch aus dem Hutanger-Projekt genießen:

Gruß aus der Küche: Lauwarmer Beef Tea

Sülze vom Kalb an Wildkräutersalat in Apfel-Eichen-Essig, Wachtelspiegelei, geröstetes Bauernbrot

Mit Rosmarin gebratenes Kalbsschäuferle, dazu Glaciertes aus Wald und Flur, Pfifferlingsknödel

Gebackene Hollerblüten an Erdbeersalat, Gurkeneis und Fichtenknospen in Zartbitterschokolade