VINS NATURELS – NATURWEIN (von Peter Schubert)

Weinstelle

Nach unserer Veranstaltung zum Thema Craft Bier wollen wir uns nun mit Wein der etwas anderen Art beschäftigen: Vin naturel

Auch hier handelt es sich um ein Getränk ganz im Sinne von Slow Food: Handwerklich gemacht, individuell, ohne Zusatzstoffe, biologisch oder biodynamisch, keine Massenware und im Geschmack anders als wir es vielleicht von der üblichen Gleichmacherei gewohnt sind.

Florian Seyberth ist dafür unser Experte auf diesem Gebiet und in seiner kleinen, sehenswerten „Weinstelle“, untergebracht in einem wunderbaren historischen Gebäude der Nürnberger Altstadt, wird er uns die Welt der Naturweine ein wenig näher bringen.

Im völlig zwanglosen, lockeren Rahmen (also kein Weinseminar mit Frontalunterricht, sondern ganz „natürlich“ !) trinken und diskutieren wir uns durch ein paar exemplarische Vertreter dieser Art von Wein. Florian wird uns bei Fragen Rede und Antwort stehen (aber selbstverständlich auch ein paar grundlegende Dinge zur Thematik sagen). Ich kann schon jetzt versprechen: Manche der Weine sind überraschend anders und in jeder Hinsicht spannend.

Zur „Unterfütterung“ gibt’s auch ein wenig Futter in Form von ausgesuchten, wohlfeilen und schmackhaften Kleinigkeiten (Schinken, Käse und wer weiß was sonst noch…). Freuen wir uns auf ein Weinseminar der etwas anderen Art – individuell und abseits des Massengeschmacks.

Hier geht es zur Anmeldung.

Wir gehen mit Herrn Knigge ins Restaurant (von Helga Balletta & Peter Schubert)

Normalerweise wird im Kinderkochkurs ja gekocht, doch diesmal war es umgekehrt: Wir wurden bekocht! Gemeinsam besuchten wir das wunderbare Restaurant „Le Virage“ in Johannis und beschäftigten uns (im Rahmen eines Menüs) mit Tischsitten, also den Umgangsformen bei Tisch, beim Einnehmen von Speisen und Getränken in Gesellschaft.

Zu Beginn gab es ein klein wenig Theorie, denn Helga erzählte kurz, wer dieser Herr Knigge eigentlich war und eines seiner bekanntesten Bücher heute als „der Knigge“ gilt. Doch dass daraus Verhaltensregeln für Tischsitten entstehen, war von ihm damals gar nicht so geplant, denn ihm ging es hauptsächlich um den guten Umgang der Menschen untereinander und nicht um „Etikette“.

Selbstverständlich wollten wir zum Essen alle an schön gedeckten Tischen sitzen, doch oh Schreck, da standen nur blanke Holztische – natürlich nicht ohne Hintergedanken: Gemeinsam mit Esther, unserer kompetenten Fachfrau vom Service, lernten alle, wie ein Tisch eingedeckt wird. Wir sprachen über die verschiedenen Gläser und Bestecke und jeder musste mit Hand anlegen, um seinen Platz ansprechend zu gestalten.

Zur Belohnung gab es danach einen von Esther kreierten, farbenfrohen Aperitiv zum „Stehempfang“, wir stellten uns formvollendet untereinander vor und danach studierten alle die witzig gestaltete Speisekarte, die Chefkoch und Restaurantbesitzer Rudi Feeß extra entworfen hatte. Die Reaktion der Kinder darauf war schon mal sehr positiv und selbst die Tatsache, dass offensichtlich Fisch zu filetieren sein wird, schreckte keinen ab.

Bei feinem „Gänsewein“ Weiß und Rot (beide Jahrgang 2016) entwickelten sich angeregte Tischgespräche, „gepflegte Konversation“, gute Umgangsformen  und viele witzige Szenen („ach könnte ich bitte noch ein Glas vom Roten haben, der ist ja deliziös und passt hervorragend zum Essen ;-) ). Natürlich wurde spielerisch während des Menüs erlernt, wie denn der richtige Umgang mit der Serviette, den verschiedenen Gläsern und dem Besteck zu erfolgen hat. Helga und ich bauten immer wieder Szenen während des Essens ein, wie man sich denn absolut nicht zu verhalten hat; was für die eine oder andere Belustigung sorgte.

Unsere „Kleinen“ lernten sehr schnell und manch Erwachsener hätte sich von ihnen etwas abgucken können (denn auch bei einigen „Großen“ wäre ein Knigge-Kurs gelegentlich sinnvoll). Es war eine Freude mit anzusehen, wie toll unsere TeilnehmerInnen sich verhielten und was für eine heitere, angenehme Stimmung auch noch nach fast vier Stunden herrschte – vom Essen waren alle begeistert. Keiner bekleckerte sich, die Gläser waren ohne Fettränder und Fingerabdrücke, die Fische sorgfältig filetiert und selbst die Garnelen wurden – ohne größere Verletzungen und Unfälle – mit Besteck aus den Schalen gelöst und vieles mehr.

Natürlich gab es zum Abschluss zur Belohnung noch einen Digestif (selbstverständlich ebenfalls alkoholfrei auf Holunderbasis).

Zum Schluss durften die 13 Kinder dem aus der Küche herausgerufenen Rudi (mit seinem Auszubildenden Kevin) und Esther nochmals ganz herzlich Danke sagen aber auch Fragen stellen. Auf die eher witzig gemeinte Frage, wie man denn eigentlich Kartoffelchips essen könnte, ohne dass es so kracht und bröselt, wusste Rudi – schlagfertig wie er ist – natürlich sofort eine Antwort: „Werfe die Chips in eine Küchenmaschine, mahle sie ganz fein, etwas Sahne dazu und ab ins Gefrierfach. Dann hast du Chips-Eis, das bröselt und kracht nicht….“

Das ist das Schöne bei den Kinderkochkursen: Alle lernen da fürs wahre Leben !

Ein ganz herzliches Dankeschön an meinen Freund Rudi, der sein schönes Restaurant extra schon Mittags für uns öffnete, um diesen Kurs überhaupt zu ermöglichen. Danke auch an Kevin, der ihn in der Küche unterstützte und Danke an Esther, welche uns so wunderbar betreute und von der die Kinder einiges lernen konnten. Es hat allen wirklich gut gefallen und sicher hat keine/r der Teilnehmer/innen in Zukunft Scheu vor einem Restaurantbesuch mit mehrgängigem Menü.

Die nachfolgenden Bilder (selbstverständlich mit Genehmigung der Eltern) vermitteln einen schönen Eindruck dieses ganz besonderen Kinderkochkurses.

 

Text: peter schubert

Fotos: Helga Balletta und peter schubert

Im Hohenloher Land

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Foto: Michael Olma

Am 30. April hatte unser Förderer und Unterstützer Martin Seefried von der Naturmetzgerei Seefried Kunden, Freund und seine Slow Foodianer zu einer Reise ins Hohenloher Land ein geladen. Wir besuchten die Bäuerliche Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall.

Mit dabei auch Michael Olma, Leiter des Conviviums Ingolstadt und begnadeter Texter & Fotograf. Deswegen – lest seinen Beitrag in seinem Blog zu diesem Tag und erfreut Euch am Text und an den großartigen Fotos. Hier gehts lang  – Danke Michael

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Besuch des Gewürzmuseums in Kulmbach und Gewürzkochkurs (von: Helga Baletta)

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Die Küche wurde diesmal mit dem Zug getauscht und ein Ausflug in das sehenswerte Gewürzmuseum in Kulmbach stand auf dem Programm:

Nach einer aufregenden Zugfahrt mit Notarzteinsatz und Sanitätern im Abteil (glücklicherweise nicht wegen uns!) kamen wir im ungemütlich kalten Kulmbach an und wurden im Museum in eine fremde Welt entführt. Zuerst ging es durch einen Basar mit Säcken voller Gewürze zum Fühlen und Schnuppern. Kamelkarawanen zogen entlang der Seidenstraße durch Sandstürme bis ans Mittelmeer. Bei der Überfahrt nach Venedig heulte uns der Wind um die Ohren und danach konnten wir nachvollziehen, dass die Überquerung der Alpen mit vollbepackten Mulis auf steilen Gebirgspfaden kein Kinderspiel war.

Und dann standen wir auf dem mittelalterlichen Nürnberger Hauptmarkt, erfuhren, wie Gewürzfälscher früher bestraft wurden, welche Gewürze der Nürnberger Bratwurst ihren typischen Geschmack geben und welche dafür sorgen, dass uns Lebkuchen so gut schmecken.

Im Botanikum gab es dann die meisten Gewürze und Gewürzkräuter als Pflanzen oder auf Schaubildern mit genauen Beschreibungen zu sehen. Und im ganzen Museum verteilt konnte man immer wieder die unterschiedlichsten Aromen erschnuppern und vergleichen.

Zum Glück haben die Museumsmacher für die erschöpften Besucher am Ende der Ausstellung eine großzügige Sitzlandschaft aufgebaut, die sofort in Beschlag genommen wurde, denn alle waren schon ziemlich platt.

Nach einem Zwischenstopp auf dem Spielplatz (da kam ein besonders übereifriger Osterhase schon mal vorbei), drei verlorenen – und wiedergefundenen – Handys und einem im Kulmbacher Bahnhof stehen gelassenen Rucksack kamen wir ohne weitere Zwischenfälle wieder in Nürnberg an. Also alles in allem: ein gelungener Ausflug!

Und die Eindrücke aus dem Gewürzmuseum wurden dann im nächsten Kochkurs gleich verarbeitet und in die Praxis umgesetzt, denn: Gut gewürzt ist halb gekocht!

Es gab bunten Gemüsetopf, 3 x unterschiedlich gewürzt, (italienisch, indisch, deutsch) 3 x Gurkensalat und 3 x Obstsalat, ebenfalls in verschiedenen Variationen. Zum Schluss haben wir noch eine Gewürzmischung geröstet und gemahlen, die die Kinder mitnehmen konnten.

 

Texte und Fotos: Helga Balletta, Fotos mit Zustimmung der Eltern

Hilferuf aus Amrum – de Struunluker braucht eine Servicekraft

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Liebe Freunde,.

auf Amrum gibt es das auch im Slow Food Genussführer verzeichnete Lokal „de Struunluker“.  Ich habe hier im Blog schon mal enthusiastisch berichtet.

Nun ist für die Sommersaison dem Volker eine Servicekraft abhanden gekommen. Und er sucht dringend jemand für den Sommer. Da wir auf Amrum schon des öfteren auch Bayern und Franken angetroffen habe, da hofft der Volker Vietmeier das jemand aus der Slow Food Gemeinde jemand kennt, der einen kennt, der vielleicht jemand weiss….

Also Augen und Ohren offen halt und wer etwas weiss – bitte melden. Bei mir, Claus Fesel, oder direkt beim Volker Vietmeier – Mobil.: 01711732428 .

Merci.

KunstGenuss – GenussKunst (von: Peter Schubert)

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Ein ganz besonderer Saft:

Wein in Kunst- und Kulturgeschichte

(mit anschließender Mittagstafelrunde)

Slow Food Nürnberg, das Germanische Nationalmuseum und das Café Arte bitten erneut zu Tisch. An diesem Sonntagvormittag werden wir wieder sehr kompetent und mitreißend von Frau Dr. Anke Reiß (wir erinnern uns gerne an ihre spannende Führung „Tafelsitten“) durch das Museum geführt und wollen uns an ausgewählten Exponaten mit dem Thema Wein in Kunst- und Kulturgeschichte beschäftigen.

Wie heißt es im Veranstaltungsprogramm des Kunst- und Kulturpädagogischen Zentrums:

Seit Jahrtausenden wird Wein angebaut, gekeltert und getrunken. Ein Saft, der Kulturgeschichte schrieb und Spuren in der Kunst hinterließ. Feine Gläser, prachtvolle Pokale und Gemälde zeugen vom Genus des göttlichen Getränks. Begleiten Sie uns auf einem Rundgang zur Geschichte des Weins. Denn „ein Glas Wein und ein gutes Gespräch bringen einen manchmal weiter als die längste Reise.“

Selbstverständlich wollen wir gleich nach der ca. ein- bis eineinhalbstündigen Führung bei unserem langjährigen Unterstützer und Genussführerrestaurant (!), dem Café Arte, im Rahmen einer Mittagstafelrunde die hervorragende Küche von Küchenchef Andreas Maierhofer und Team genießen und im kunstvollen Ambiente Theorie und Praxis vermählen….passenderweise wahrscheinlich bei einem guten Wein!

Treffpunkt zur Führung: 11:00 Uhr im Foyer des Museums

Zum Mittagessen

Es ist möglich, nach Karte zu essen, so dass jeder das für sich geeignete Gericht (sehr gerne auch ein Menü) auswählen kann.

Bitte melden Sie sich für diese Veranstaltung nur an, wenn Sie auch tatsächlich nach der Führung an der Mittagstafelrunde teilnehmen !!

Essen und Getränke zahlt jeder individuell vor Ort

 

Hier geht es zur Anmeldung


Treffpunkt zur Führung: 11:00 Uhr im Foyer des Museums

Speisenauswahl (Änderungen vorbehalten)

voraussichtliche Tagessuppe:

Frühlingskräutersüppchen mit vegetarischen Teigtaschen ( € 6,00)

(Änderungen vorbehalten!)

Wir gehen aufs Feld – Besuch bei den Beerenbauern & Tafelrunde Juni

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Wir gehen wieder aufs Feld, wo wächst was wir Essen.

Letztes Jahr haben wir uns bei Willi Bub den Anbau von Spargel mal genauer angesehen.

Dieses Jahr nehmen wir uns die Beeren vor. Und wo geht das besser als bei „die beerenbauern“.

Vor 20 Jahren begannen Birgit und Tom, mit 0,2 Hektar Erdbeeranbau in die Landwirtschaft einzusteigen. Ihr Ziel war und ist es, Früchte von höchster Qualität zu erzeugen. Deshalb arbeiten sie von Anfang an nach biologisch-dynamischen Demeter-Richtlinien. Seit 2010 unterstützt Christian als dritter Teilhaber, die wachsende Zahl von Aufgaben und Verantwortlichkeiten zu bewältigen. Inzwischen beschäftigen sie 5 festangestellte Mitarbeiter und zur Erntezeit von Ende Mai bis Oktober helfen zusätzlich bis zu zehn Erntehelferinnen. Die Anbaufläche ist mit den Jahren auf über zehn Hektar gewachsen und umfasst Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren, Rote und Schwarze Johannisbeeren, Stachelbeeren und Quitten.

Sie vermarkten einen Teil ihrer Früchte frisch an Direktkunden ab Hof, der andere Teil fließt in die angegliederte Verarbeitung und wird zu Fruchtaufstrichen und Fruchtzubereitungen für Joghurt veredelt.

beerenobst-anbau-1Wir gehen mit den beerenbauern auf das Feld und lassen uns Anbau, Ernte und am Ende auch die Verarbeitung erklären.

Unkostenbeitrag je Erwachsenem 15,– Euro – inklusive 500g Erdbeeren und 2 Gläsern Marmelade nach Wahl. Kinder unter 15 Jahren sind frei!

Hier geht es zur Anmeldung.

Wer mag, geht anschließend noch mit zu einer Mittagstafelrunde in den  Landgasthof Rittmayeraus dem Genussführer zur Tafelrunde.

Zu dieser Mittagstafelrunde bitte extra und unabhängig von dieser Veranstaltung anmelden für die Disposition. Langschläfer, die schon alles über Beeren wissen, sind uns auch herzlich willkommen und können sich auch nur bei der einbuchen.

Bitte bei der Anmeldung hinter der Personenzahl vermerken, wieviel Erwachsene (E) und wieviel Kinder (K) kommen (z.B. 2 E und 3 K)

 

Craft-Beer – ein Rückblick (von: Peter Schubert)

17_Craftbeer160311-18Georg raucht dunkle Dolden, während er im Bourbon Fass liegt, als es ihn plötzlich derart zwick(el)t, dass er im Gesicht ganz pale wird und – während er laut nach Amber ruft – ihm die Cascade plötzlich einen fruchtig-bitteren body verleiht…

Sie verstehen diesen Satz nicht? Nun, mir ging es genauso, als plötzlich Begriffe wie India Pale Ale (IPA), Imperial Stout, Amber, Cascade u.v.m. in der Bierszene auftauchten.

Craft Biere sind seit einiger Zeit – im wahrsten Sinn des Wortes – in aller Munde. Fast schon wie Pilze schießen derzeit neue Mikrobrauereien aus dem Boden und selbst Großbrauereien schwimmen – manchmal etwas zweifelhaft – auf der neuen (Bier)Welle mit.

Doch was ist „Craft Beer“ eigentlich genau? Da sich die Brauer als Handwerker verstehen, die Geschmacksvielfalt ihrer Biere betonen, hohe Qualitätsansprüche für sich beanspruchen und kein Massenprodukt herstellen möchten, handelt es sich offensichtlich um ein Slow Food Thema. Ein Grund, dass wir uns genauer damit befassen mussten!

An diesem Abend wurden wir von Boris Braun, Autor (z.B.: http://www.brauereiatlas.de) und der Brauerei-Experte aus Nürnberg, mit dieser (neuen?) Bierwelt vertraut gemacht. Auf heiter-lockere Art aber auch mit seinem fundierten Wissen unterfüttert, verkosteten wir sechs verschiedene Typen und Sorten von Craft Beer. Doch was nutzt die beste geistige und flüssige Unterfütterung ohne richtiges Futter? Daher wurde jedes Bier passend kulinarisch begleitet von ausgesprochen schmackhaften und pfiffigen Speisen (fast ausschließlich regional!) aus der – ich darf es so feststellen – Slow Food Küche von Sven Hopfengärtner (sic! ) & Team. Sein Lokal BrotZeit wäre für mich persönlich durchaus ein Kandidat für den Slow Food Genussführer.

Die Biere waren sehr sehr unterschiedlich und haben die 21 Teilnehmer zum Teil sensorisch deutlich gespalten. Während das Zwickel-Pils aus Rednitzhembach noch eher den bekannten Geschmacksmustern entsprach, haben z.B. der „Heaven Hill Bourbon“ Doppelbock von Nikl und der „Smokey George“ von Rittmayer unsere Geschmackspapillen und Geruchsnerven ziemlich „gefordert“ (Zitat: „Da trinkst keine Maß an einem heißen Sommerabend“…). Es war ein ausgesprochen spannender Querschnitt durch neue Biererfahrungen und egal ob im Bourbon Fass gelagert, ultra hopfig, ungewohnt fruchtig-aromatisch: Es handelte sich durchgehend um wirklich handwerklich gemachte, naturbelassene Kreativbiere (ein von Boris eingebrachter Begriff, der mir viel besser gefällt, denn traditionelles „Craft“ (also handwerkliches) Bier kennen wir in Franken eigentlich schon lange….

Einig waren wir uns in der Beurteilung der dargebotenen (und selbstverständlich ebenfalls ausschließlich handwerklich hergestellten) Speisen: Großartig und ausgesprochen schmackhaft! Die von Boris und Sven ausgewählten Kombinationen waren als gelungen zu bezeichnen und in der Wechselbeziehung Essen-Bier ergaben sich nochmals neue Eindrücke. An dieser Stelle ein ganz herzliches Dankeschön an Boris und Sven, so wie das Team in Service und Küche. Ihr habt das toll gemacht!! Wir durften einen sehr interessanten Abend erleben, der in angenehmer, heiterer und unbeschwerter Atmosphäre sehr kurzweilig in Erinnerung bleibt.

Wer umfassende Informationen zum Thema „Craft Beer“ haben möchte, dem empfehle ich die Seite „Hopfenhelden“, das Craft Beer Magazin im Internet – oder er besucht Boris, der fast jeden Mittwoch im „Bieramt“ Dienst hat (und dort neben den traditionellen fränkischen „Craft“-Bieren auf Wunsch auch das eine oder andere Kreativbier ausschenkt.

Text: peter schubert

Fotos: Nadine Rodler, Hajo Dietz und Bernd Steigerwald

Noch nie hatten wir derart viele (Profi-)Fotografen bei einer Veranstaltung und deshalb möchte ich die wunderbaren Fotos sehr zur Ansicht weiterempfehlen (Veröffentlichung mit Genehmigung der Künstler).

Da wären zum einen die großartigen Bilder der Fotografin Nadine Rodler (www.nadinerodler.de/)

Die Fotos zum Abend finden sich hier: http://nadinerodler.de/portfolio/business/slowfood/

Unser Mitglied Hajo Dietz (www.nuernbergluftbild.de) – einer der besten Luftbildfotografen des Landes – beherrscht die Kamera natürlich auch, wenn er Boden unter den Füßen hat. Sie nachfolgende Fotos.

 

 

…und Bernd Steigerwald – als ausgesprochen ambitionierter Hobbyfotograf – ist eh seit Jahren „unser“ Slow Food Nürnberg Bildermacher. Wie man sieht, nicht ohne Grund.

Gießen sehen und … ? (von Torsten Härtelt)

CVL%20Gie en%20006[2]Nein, so schlimm war´s dann doch nicht. Nach komfortabler dreieinhalbstündiger Reise mit ICE und Hessischer Landesbahn (Slow Food legt wert auf die Anreise per Bahn und rennt bei mir damit offene Türen ein…)  kam ich in Gießen an, das Wetter machte dem Stadtnamen kurz danach alle Ehre und hörte erst mit unserer Abreise wieder damit auf.

Die Bahnhofstraße machte alles andere als Mut, ca. 25 Läden nebeneinander auf jeder Seite die sich mit Mobiltelefonen, Döner, Spielautomaten, Döner mit Spielautomaten oder Gold (ausnahmslos ohne Döner) beschäftigten. Man kommt aber auch am Mathemathikum und am Justus-Liebig-Museum vorbei – er war es, der uns den Fleischextrakt und den Phosphatdünger einbrockte… Spontan fiel mir eine Abwandlung des Brecht-Wortes ein: das beste an Gießen ist der Zug nach… wohin auch immer.

Gut zehn Minuten später kam ich zur vielbefahrenen Ringstraße “Westanlage” und stand sogleich vor dem Hotel und oh Wunder, drinnen war vom Blechkrieg draußen nichts zu hören. Hübsches Hotel, hübsches Zimmer – was will man mehr.

Bis zum Abend trudelten die meisten “Kollegen” ein und stärkten sich landestypisch mit Äbblwoi und dem einen oder anderen Bier in der Hausbrauerei “Alt Gießen” (das Helle, unbedingt das Helle!)

Am Samstag um 8 Uhr 30 hieß es Abmarsch zur Besichtigung des Wochenmarktes und darum – wenn auch sonst nicht um viel – darf und muß man die Gießener beneiden. 63 Stände, teilweise fest installiert, boten ihre Waren feil, überwiegend aus eigener Produktion. Im Sommer sind es noch etliche mehr.

Zurück über den Marktplatz und durch die wildromantische Bahnhofstraße ins Verbindungshaus der Burschenschaft Darmstadtia, wo Anias Dinse (www.dinsesculinarium.de ist einen Blick wert!) vom Convivium Mittelhessen einen Tagungsort der anderen Art für uns vorbereitet hatte. Leider waren Fotos unerwünscht und so gibt´s hier nur eine Außenaufnahme der Villa von 1905. Die Darmstadtia ist quasi “schlagend light”, man ist weder übermäßig rechts (im Haus wohnen diverse Nationen auch der Südhalbkugel),  noch schlägt man sich bevor man sicher ist sich nicht zu verletzen. Die Biervorräte im Keller ließen eher auf gutmütig-gesellige Burschen schließen.

Und damit sind wir beim anstrengenden Teil der Tagung, denn Stillsitzen und Zuhören ist nicht so ganz einfach, gerade wenn ein Redner eine Stunde vorwiegend mit den Worten System, Problem, Ähhh, im Prinzip und quasi ausfüllt. Ich war nicht der einzige, der vorzeitig die Kaffeepause besuchte – gut so, sonst gäbe es das Bild nicht in dieser Form… So wunderbar wie die diversen Kuchen waren auch die beiden leichten Mittagsverpflegungen (Selleriecremesuppe mit Chilikartoffeln und Koriandersahne, Kartoffel-Wirsing-Suppe bzw. herzhaftes und süßes Fingerfod vom Bio-Caterer.

Bei der Tagung an sich ging es quer durch den Gemüsegarten der Slow-Food-Welt – vom Magazin über den Genußführer, die EDV, rechtliche Fragen der Schneckenlogo-Nutzung, die Chef-Alliance (professionelle Gastgeber kucken bitte mal aufhttps://www.facebook.com/Chef-Alliance-1575258556046276/?fref=ts), Berichte aus den Convivien und vieles mehr als Vorträge und Workshops.  Kostproben gefällig? Wie verhält sich der Genußführer, wenn ein Lokal “Industriebier” – also mit Hopfenextrakt, der für uns ja tabu ist – ausschenkt? Der Genußführer hat sich 20.000mal verkauft, als e-book 200mal. Die Mitgliederzahl von slow food Deutschland stieg seit 2010 von 9.000 auf 14.000. Wer unser Schneckenlogo unberechtigt nutzt bekommt Anwaltspost – der Brief kostet schon mal 1.400 Euronen, der Rest kann durchaus 35.000 kosten. Slow Meat oder vegan? Sonnenäcker und Migranten. Fisch Freunde undundund…

85 Convivien gibt es in Deutschland und ungefähr zwei Drittel aus allen Landesteilen waren vertreten – mancher wünschte sich hochdeutsch als gemeinsame Tagungssprache…

 

KiKoKuKäSeminar

09_k seladen (J)Das Thema Milch und Milchprodukte, vor allem Butter, Joghurt und Quark, stand auf dem Programm des Kinderkochkurses im Januar und da sollten/durften unsere JungköchInnen noch einiges selber produzieren. Im Februar sollten sie nun als Fortsetzung eine besonders veredelte und schmackhafte Form der Milch kennenlernen: Käse! Im Rahmen eines Käseseminars bei unserem Mitglied Ulrike Langer und in ihrem sehenswerten Käseladen (Feinkost Langer) durften 11 Kinderkochkurskinder erstmals Seminaratmosphäre und vor allem Käse schnuppern (aber natürlich auch verkosten).

In zwei Stunden lieferte Ulrike einen schönen Über- und Einblick in die Welt der (Rohmilch-)Käse. Anhand einiger speziell ausgesuchter Käsesorten (manchmal auch in verschiedenen Reifezuständen) konnten die Kinder erfahren, wie vielfältig Milch zu Käse verarbeitet wird und wie unterschiedlich dieser dann schmeckt. Es wurde spekuliert, ob man auch aus Mäusemilch Käse machen könnte, doch bei 10 Litern Milch für ein Kilogramm Käse, müsste man da doch sehr viel melken….

Spaß beiseite: Ulrike Langer erklärte die Käseherstellung, welche Arten von Käse es gibt, was den Unterschied zwischen Industrie- und Rohmilchkäse ausmacht und ganz viel mehr (es würde den Rahmen sprengen, alle Informationen hier zu wiederholen). Es gab keinerlei Probierängste bei den Mädels (interessanterweise waren diesmal keine Jungs dabei – was die sehr aufgeweckten Jungköchinnen gleich zu der ironischen Bemerkung veranlasste, die Jungs würden wahrscheinlich nur zu einem Wurst- und Fleischseminar kommen….). Da wurden alle angebotenen Käse beschnuppert, verkostet und begutachtet (obwohl der eine oder andere Geschmack sicher ungewohnt war und viele überhaupt zum ersten Mal solche geschmacksintensiven Rohmilchkäse probierten) – jede hatte zum Schluss so ihren Liebling gefunden.

Ulrike und der Verfasser dieser Zeilen (der als „Aufschneider“ diesmal am Kinderkochkurs teilnehmen durfte) schmuggelten auch zwei Blindproben ein: einen Supermarkt-Camembert für 0,65 Cent das Stück und einen Industrie-Emmentaler, der wahrscheinlich auch gut als Fensterkitt zu gebrauchen wäre. Natürlich erkannten unsere Fachfrauen sofort den Unterschied und (glücklicherweise!) schmeckten ihnen die im Vergleich dazu angebotenen Rohmilchexemplare deutlich besser.

Als sich alle der geistigen wie körperlichen Sättigungsgrenze näherten, durften wir noch gemeinsam in die Unterwelt und besichtigten den Arbeitsplatz von Ulrike Langer: Den Käsekeller. Hier lagern all die Prachtstücke, um dort ideal zu reifen oder verfeinert (affiniert) zu werden. Nach zwei Stunden gingen alle gut gelaunt (und wahrscheinlich für diesen Tag keinen Käse mehr essend) nach oben und jede bekam noch eine süße Kleinigkeit von Ulrike zum Abschied in die Hand gedrückt. Ein spannender Nachmittag ging zu Ende und unser großer Dank gilt Frau Langer, die uns mehrere Stunden ihrer raren Freizeit opferte und uns überhaupt erst ermöglichte, solch ein Seminar mit hochwertigen Käsesorten ohne große finanzielle Belastung durchzuführen.

Hier wieder ein paar visuelle Eindrücke, wie immer mit Genehmigung der Eltern.

Fotos: Helga Balletta, Text: peter schubert